pressezitate zu "schmelz"

 

frankfurter allgemeine zeitung, norbert krampf, 18.08.2011

Traditionen entstaubt und auf den Kopf gestellt

Das Christian Zehnder Quartett fasziniert bei „Weltmusik im Palmengarten“.

In einer Zeit des „anything goes“ ist es nicht leicht, eine eigene, bislang ungehörte Musik zu erfinden. Klänge aus allen Teilen der Welt scheinen vertraut, vor allem, wenn sie in recht oberflächlichen Fusionen zitiert werden. Christian Zehnder und seinen Musikern gelingt hingegen das Kunststück, einen wirklich neuen, singulären Stil zu kreieren, der zunächst verwirren mag, alsbald aber unwiderstehlich fesselt. Dabei sind es im Grunde traditionelle Mittel, nämlich Gesang und akustische Instrumente, die von den Schweizern allerdings in unerwartete Zusammenhänge gestellt und mit subversivem Witz aufgeladen werden. Drei Individualisten an Hackbrett, Perkussion und Kontrabass tragen eine Stimme, die Kapriolen schlägt wie keine andere.

Pfeifende und schwirrende Obertöne kennt man hierzulande vor allem von Sängern aus dem zentralasiatischen Tuva. Aber auch in der Schweiz gebe es, sagt Christian Zehnder, eine unabhängige, eigenständige Entwicklung des Obertongesangs. In Zehnders Version sind die enigmatischen Töne nicht weit von Jodlern entfernt, und diese lassen sich wiederum mit mittelalterlich-pastoralen Melodien kreuzen. Die dynamischen Lautmalerien des Ausnahmesängers schwingen sich in luftige Höhen, loten aber auch Abgründe aus. Zuweilen grummelt sein Kehlkopfgesang wie ein buddhistischer Mönch, in anderen Stücken nähern sich die Phrasierungen bluesrockiger Expressivität oder hyperventilierendem Sprechgesang. Was der in Basel lebende Musiker und Theatermacher vermeidet ist akademische Virtuosität. Auch wenn Gestik und Mimik mal aus dem Ruder zu laufen drohen, verliert sich Zehnder nie in seinen Melismen und Abstraktionen. Raffiniert balanciert seine Musik auf dem Grat zwischen ausgeklügelter Komplexität und ekstatischem Kontrollverlust, belohnt Aufmerksamkeit durch überraschende Wendungen und Nuancen.

Es ist mehr als nur lustiges Entertainment, wenn Zehnder zwischen den Songs in skurrilen Moderationen Eigenarten der Schweizer karikiert, die „Einwanderung“ von Bären mit Ausgrenzungsbestrebungen der Nationalisten in Verbindung bringt oder das Schmelzen der Gletscher bedauert. Politisches Denken eint die Band, manifestiert sich in einer unermüdlichen Offenheit für neue musikalische Eindrücke und in einem permanenten Vergnügen, vermeintlich Vertrautes auf den Kopf stellen. Die Neugier auf noch nicht ausgelotete Fusionen lässt die Hackbrett-„Revolutionärin“ Barbara Schirmer seit vielen Jahren zu Festivals in Südamerika, Iran oder Südkorea reisen, um sich mit internationalen Musikern auszutauschen. Konsequent adaptiert sie „artfremde“ Techniken, spielt das modifizierte Appenzeller Hackbrett beispielsweise mit vier Schlegeln statt der üblichen zwei, und erweitert mit diesem Vibraphonisten-Kniff die harmonischen Möglichkeiten. Subtil arbeitet Schirmer regionale Eigenheiten in ihren fein geknüpften Klöppelteppich ein, ohne dass sie als Zitat erkennbar sind. Im orientalisch angehauchten Stück „Mesopotame“ erinnert das Hackbrett beispielsweise an eine persische Kanun, in anderen Momenten verdichtet es den latenten Groove oder entwickelt filmisch-suggestive Magie.

Einen sehr eigenen Klang kreiert auch Perkussionist und Trommelbauer Thomas Weiss. Einige Becken und eine Snare sind die westlichen Stücke in seinem fein austarierten Set. Weiss' selbst gefertigte Djembe klingt tiefer und weniger knallig als die afrikanischen Originale; außerdem spielt er eine ehemals thailändische Bass- und eine arabische Rahmentrommel, sowie eine Art Mini-Darbukka. Gängig ist der Kontrabass von Michael Pfeuti, sein Spiel bewegt sich aber unkonventionell im Spannungsfeld von Jazz, klassischer Moderne und Avantgarde. Mit dem Bogen streicht Pfeuti obertonreiche, manchmal fast psychedelisch schwirrende Passagen, die absichtsvoll in zarte Flageoletts kippen können. Ein elegant singender Ton ziert bisweilen tiefe Register, dazwischen streut Pfeuti trocken-knurrige, rhythmische Phrasen. 

”Kammermusikalisch ausgefeilte Arrangements bleiben immer transparent, selbst wenn Christian Zehnder weitere Instrumente beisteuert. Mit dem Bandoneon untermalt er nicht nur die unnachahmliche Tango-Parodie „Melancholie“. Auf einer eigens für ihn gebauten 12-saitigen, brasilianisch inspirierten Laudola spielt Zehnder kantig-rhythmische Akkordfolgen, die auch amerikanischem Funk gut stehen würden. Ebenso wie frühere Projekte und CDs von Christian Zehnder ist das „Global Jodeling“ seines Quartetts von musikalischer Ernsthaftigkeit und hinterlistigem Humor geprägt. Selten gelingt es Musikern so überzeugend, Geist und Gefühl in individualistischen Klangfarben zu vereinen.

 

neue zürcher zeitung, markus ganz, 21.09.2010

" faszinieren vermag Christian Zehnder schon lange mit seiner einzigartigen Stimmakrobatik zwischen Jodel, Obertongesang und Kunstgesang. Aber oft hatte die Musik des mit dem Duo Stimmhorn bekannt gewordenen Sängers etwas gestelzt und konzeptlastig gewirkt, etwas gar kontrolliert auch für Lieder, mit denen Christian Zehnder erklärtermassen eine neue alpine Musik anstrebt. Das gutbesuchte Konzert seines neuen Quartetts im «Moods» wurde nun nicht gerade zur «Sonntagsstubete», wie der aus Zürich stammende Musiker zu Beginn augenzwinkernd ankündigte. Aber Christian Zehnder widerlegte am Sonntagabend auch, was er selbst im Stück «Melancholie» mit einigem Schalk sang: «Nein, ich verlier mich nie, in der Melancholie.»
Christian Zehnder stellte live nur selten in den Vordergrund, was seine Musik einzigartig macht: seine stupende Vokaltechnik. Er setzte seine Stimme meist als Teil eines Gruppen-Sounds und erstaunlich spielerisch ein, was ihr die Strenge nahm, dass er sie bis ins letzte Detail zu kontrollieren vermag. Den von Barbara Schirmers Hackbrett geprägten folkloristischen Einstieg ergänzte er zunächst eher atmosphärisch mit kaum wahrnehmbarem Obertongesang, bald glaubte man Kühe maulen zu hören. Bei den Stücken des neuen Albums «Schmelz», die von Texten in mehreren Sprachen geprägt sind, drehte Christian Zehnder dann zunehmend auf. Er, der mit nonverbalem Gesang bekannt wurde, betonte mit lustvoller Theatralik seine Worte, die auf dem Papier oft gespreizt wirken: «Die Berge schweigen, stolz im Dunst, der Tag steht nicht in meiner Gunst, in meinem Kopf nur Föhn, ach, es wär' so schön, fiel' der Regen in mein Leben.»
Gerade im vokalen Übertreiben zeigte sich eine amüsante Note, die auf Tonträger nicht so leicht erkennbar ist. Christian Zehnder verstärkte sie mit beispielloser Stimmdynamik bis zur Komik, machte aber auch nachdenkliche Ansagen wie beim Titelstück «Schmelz», das er als «eine Art Protestsong» bezeichnete. Er habe in Brasilien Schlagzeilen über das Schmelzen der Gletscher in der Schweiz gelesen, aber nichts über das Abholzen des Urwaldes im Amazonasgebiet. Bei diesem gehetzten Mundarttext steigerte er sich ausufernd, wie man dies von Endo Anaconda kennt, bis zum Freestyle-Ende, das auch den Zuhörern den Atem raubte. Verzaubernd war hingegen das französisch gesungene Stück «Magnolia», das er mit schwirrenden Obertöne richtiggehend abheben liess. «Wat Ju No» zeigte die logische Entwicklung von «Schmelz» aus dem «Kraah»-Projekt heraus. Und zum Schluss gab es tatsächlich noch ein lüpfiges Ende mit «global yodelling», wie Zehnder anmerkte, bevor er das Publikum mit köstlicher Stimmkomik zum Kauf der CD animierte."

 

badische zeitung, stefan franzen, 23. september 2010

"Alpine Schmelzpunkte - Christian Zehnder stellte sein neues Projekt "Schmelz" vor: Willkommen zur Basler Stubete", grüßt Christian Zehnder verschmitzt ins vollbesetzte Schauspielhaus. Und schon setzen Hackbrett-Klänge seiner Mitstreiterin Barbara Schirmer ein, die freilich nicht lange in der traditionellen Sphäre verweilen: Der vokale Verwandlungskünstler konterkariert die filigranen Saitenklänge mit leisem Jauchzen, satt dröhnendem Kehlkopfgesang, Belcanto-Anflügen, untermalt all diese Stimmenregister mit komischer bis dramatischer Gestik. Eine Menge Register zieht er zum Auftakt der Schweizer Premiere seines neuen Projektes "Schmelz". Hierfür hat er Schlagwerker Thomas Weiss und Bassist Michael Pfeuti, seine Kollaboranten aus dem "Kraah"-Trio, mit der Appenzellerin Schirmer aus dem Duo "Gländ" vereinigt. "Nun habe ich viele Möglichkeiten auf diesem alpinen Spielfeld, vom Kammermusikalischen bis zur größeren Besetzung", freut er sich später im Interview. Ein Spielfeld, in dem sich Doppelbödigkeit, ja Abgründe auftun, wie schon die Fotos zur CD zeigen: Eingemummelt steht das Quartett da, samt Eispickel und Seil. Im Hintergrund aber sieht man die Musiker erneut, wie sie in Dämpfen als Saunaschwitzer lagern. "Schmelz" steht provokativ im weißen Kreuz auf rotem Grund. Kein Zweifel, Helvetia taut ab – und wer wäre geeigneter, als vokaler Spiegel eidgenössischen Befindens die Klimakatastrophe zu kommentieren? Natürlich tut Zehnder das in der ihm eigenen spielerischen, schalkhaften Art. "Ich habe die Alpen immer als etwas Multikulturelles gesehen", sagt er. Inzwischen aber sei das Bild der Schweiz gar nicht mehr das, das "einige so gerne hätten." 
Die Globalisierung hat nicht zuletzt kulturelle Folgen: Parallel zum Gletscherschwund dringt urbane Hitze in die Alpenrepublik ein. Die Schmelzprozesse äußern sich auf der Bühne facettenreich, "brachial und pastoral", wie der Protagonist bekundet. Da sucht ein Bauer seine Prinzessin in Mesopotamien, nahöstliche Skalen, hemdsärmeliges Jodeln und feminines Jauchzen sind der Soundtrack dieser Culture Clash-Ehe, die das Publikum königlich amüsiert. Muotataler Kehlkopfkunst trifft auf Pygmäengesang, im "Chuebanner" vereinen sich Alm-Idylle und Salsa-Groove. Und immer wieder staunt man über die detailversessenen Stimmchoreographien aus Scat, Grummeln, Jauchzen, Bruddeln, Motzen und Schnaufen, kongenial befeuert von der punktgenauen und auch naturtonreichen Improvisation Pfeutis, den erfindungsreichen Perkussionskleinoden von Weiss’ und den querstehenden Hackbrett-Patterns Schirmers. Die größte Überraschung: Nach Jahren onomatopoetischer Silben ist Zehnder zum gedichteten Wort zurückgekehrt: Mit "Magnolia" trägt er in Jean Gabin-Attitüde sein erstes Chanson vor, das Titelstück setzt urbane Gehetztheit im Rap-Stil und einen alten Schweizer Schüttelreim in Beziehung, und mit "Melancholie" hat er eine urkomische transalpine Grantlerhymne im Tangogewand geschaffen. Noch können die Eidgenossen das Eis genießen. Zehnders neues Projekt, so zeigte die Premiere, ist eine Momentaufnahme des Taupunktes, ein poetisches Protokoll zwischen drohender Apokalypse und globalisierten Gipfelwelten."

 

sound-and-image.de, 29.09.2010

"Beflügelt durch die Erfolgserlebnisse seiner letzten Veröffentlichung Kraah wagt sich der Schweizer Stimmakrobat Christian Zehnder nun immer weiter hinaus in die stürmische See des vokalen Wellenreitens. Einen geraden Kurs hat er ja noch nie gerudert und auch die CD „Schmelz” steuert wieder einen wundersamen Schlingerkurs durch die Welt der Jodler, des Obertongesangs, der Stimmbänderexperimente per se und – man höre und staune – auch durch die verschweizerte Welt des südamerikanischen Tangos, wie uns das erste Stück „Melancholie” humorvoll lehrt. Das was Zehnder veranstaltet, umschreibt er charmant als „Global Yodeling”. Dahinter verbirgt sich seine herausragende Fähigkeit, jenseits aller Stile, Regeln und Konventionen die Stimme zum einen als extravagantes Instrument und zum anderen als internationales Kommunikationsmittel der ungewöhnlichen Art einzusetzen. Und er hat das Glück, sich als Platzhirsch in einer Nische des Marktes etabliert zu haben, in der es keine ernst zu nehmende Konkurrenz gibt und die ihm trotzdem genügend Raum für seine ausladenden Experimente lässt. Hierzu modifiziert er sein musikalisches Umfeld immer wieder. Für „Schmelz” hat er sich neben seinem Langzeitperkussionisten Thomas Weiss nun noch mit dem Baseler Experimental-Bassisten Michael Pfeuti und der Appenzeller Hackbrett-Spielerin Barbara Schirmer eingelassen. Durch diese Erweiterung des Klangspektrums öffnen sich konsequenterweise neue Horizonte, die genussvoll angepeilt und ausgelotet werden. Auf der Basis von nonverbaler Ausdrucksform, den Sprachen Deutsch, Französisch und Schweizerdeutsch gerät dieses Album zu einer faszinierenden Kreuzfahrt durch die klanglichen Weltmeere zwischen Bernina, Mesopotamien und Buenos Aires. Am Ruder der Schweizer Avantgarde-Sänger Christian Zehnder."

 

tribune de genève, 16.10.2010

”Le renouveau de la musique populaire helvétique passera-t-il par le tango? Figurez-vous aussi que le jodel alpin s’entend très bien avec les grooves les plus trépidants, les batteries en pagaille et le cymbalum cliquetant. Tout comme le chant diphonique mongol a belle allure aux côtés des sonorités âpres du suisse allemand. Saisissant dans une même casserole aussi bien la diversité des parlers germaniques locaux que les rythmes et harmonies venus du jazz, des Tziganes comme de l’Inde, Christian Zehnder, moitié du bouillonnant duo Stimmhorn, réussit un assemblage sans précédent. Helvétique, si l’on veut. Mais avant tout superbe. Hop Schmelz!

 

jazzthing #85, rolf thomas, 9/2010

Der Mythos schmilzt - "Der Mann will hoch hinaus - das ist auch kein Wunder, denn schließlich war Christian Zehnder sein Leben lang von hohen Bergen umgeben. Der Schweizer Vokalartist. der einst mit dem Duo Stimmhorn Aufsehen erregte und zuletzt mit der CD ,,Kraah" künstlerisches Neuland eroberte und düstere Visionen beschwor, hat sein Trio jetzt zum Quartett aufgestockt. Neu dabei ist die Hackbrettvirtuosin Barbara Schirmer, mit der Christian Zehnder schon bei seinem Theateryroiekt "Gländ" zusammengearbeitet hat. "Barbara Schirmer spielt mit vier Sticks und kann die Harmonien ganz anders bedienen als ein traditioneller Hackbrettspieler", zeigt sich Zehnder begeistert vom Neuzugang. Zwischen Stimmkunst, schweizerischer Folklore und viel Lust an der Anarchie hat sich jetzt aber auch ein ganz neuer Zungenschlag in Zehnders Musik eingeschlichen. Mit Texten auf Deutsch und Französisch gehen einige seiner Lieder glatt als schräge Chansons durch. "Der varietéhafte Einschlag hat sicher mit meiner Theatererfahrung zu tun", meint Christian Zehnder über sein neues Album "Schmelz" (Traumton/Indigo). "Die Texte haben mit ihrem Schmalz und Schmelz manchmal schon etwas Luis-Trenker-Artiges" - aber gebrochen durch Ironie, wenn Zehnder in "Fiel der Regen" sanft sinniert oder im saftigen Opener "Melancholie" die Konsonanten fast wie Rammstein rollt. Für eigenwillige Bearbeitungen von schweizerischen Spezialitäten wie "Hinterem Zäuerli" ist natürlich auch noch Platz. Ansonsten öffnet Zehnder, der auf "Schmelz" auch am Bandoneon zu hören ist, seine alpine Musik der ganzen Welt. "Der Mythos der Berge schmilzt", meint Christian Zehnder belustigt, "und das hat nicht nur mit der Klimakatastrophe zu tun. Die Alpen sind schon längst nicht mehr das Biedere oder Hermetische, das von der glattgebügelten Volksmusik beschworen wird." Das machen Perkussionist Thomas Weiss und Michael Pfeuti am Bass ohne viele Worte klar, wenn sie von einem exotischen Groove in den anderen verfallen, und Zehnder selbst verknotet seine Zunge zwischen Jodeln und Obertongesang mit fernöstlichem Einschlag. "Die französische Schweiz ist nach Frankreich und damit auch nach Afrika orientiert", hat Zehnder erkannt. "Roter Wüstensand legt sich vom Südwind getragen über die Gletscherzungen, und manchmal glaube ich schon eine Karawane über den Grat ziehen zu sehen." Sagt's und verabschiedet sich nach São Paulo, wo er zusammen mit Phil Minton in der Oper "Amazonas", die bei der Münchner Biennale entstanden ist, eine Hauptrolie singt."

 

journal frankfurt nr. 20|10, norbert krampf

"Der Schweizer Stimmakrobat hält sich nicht mit Genre-Grenzen auf. Sein Repertoire fasziniert mit kunstvollem Obertongesang und Jodlern, ist inspiriert von Tango oder Brel, Erinnerungen an Mittelalter, Schubert oder Varieté. Dabei lässt sich Zehnder nicht von der eigenen Virtuosität blenden, zeigt feines Gespür für Melodien, Emotionen und hintersinnigen Witz, subtil wie grandios begleitet von Hackbrett, Kontrabass und Perkussion. Einmalig." *****

 

rbb kulturradio, michael seyfert, 15.09.2010

"Christian Zehnder ist ein Stimmakrobat aus der Schweiz: Sänger, Jodler, Obertonvirtuose. Sein neues Album Schmelz zeigt ihn wieder in einem Klangraum, in dem er seine Stimme pfeifen, krächzen, zirpen, gurren und säuseln lässt. Die meisten Lieder sind wortlos – es gibt aber auch etwas auf Deutsch, Schwyzerdütsch und Französisch. Die Musik eröffnet ein eigenartiges Universum hintersinniger Kammermusik. Zehnder bietet ein exotisches Varieté, das gleichzeitig ganz verbunden mit seiner Heimat ist."

Bewertung: großartig

 

monstersandcritics.de, rainer molz, 9.9.2010

"Etwas avantgardistisches für die Ohren gefällig? Einer, der die breite Palette des Improvisierens mit der Stimme und dem Mund beherrscht, ist der Schweizer Christian Zehnder. Mit virtuosem Jodeln und einer vollen Brise Obertongesang, mal röchelnd und mal schnalzend unterwegs, bewegt sich das Zehnder Quartett mit „Schmelz“ bunt und verspielt in einer musikalischen Welt der Artikulation und Diktion. Kopfmusik der besonderen Art.

Mit Balthasar Streiff an der Seite erzeugte Christian Zehnder bereits im DUO Stimmhorn bizarres und aufregendes Tongut. Nun ist er in Quartettbesetzung unterwegs und liefert mit „Schmelz“ Musik aus der Reihe Genie und Wahnsinn. Zehnder gurrt und röchelt, jodelt und flüstert, schreit und keift und, zum ersten Mal, singt er auch Texte in deutscher und französischer Sprache. Ein Stimmwunder auf der einen Seite, illustre Musiker auf der anderen, die mit ihren klanglichen Erfindungen für Innovation sorgen.
Da wären am Schweizer Hackbrett Barbara Schirmer, Thomas Weiss an Percussion und Drums, sowie Michael Pfeuti am Bass und Bassetto. Eine musikalische Wanderung durch eine bizarre Klanglandschaft. Mal alpenländisch gefärbt, mal afrikanisch angehaucht, mal Folklore, mal Chanson, eine Brise Balkan plus mittelalterliche Kläng, Jazz und Kammermusik – weite Kulturkreise werden durchforstet und durchlebt.
Christian Zehnder Quartett mit „Schmelz“ – zwischen den Klangwelten. Stimme verzaubert und Musik betört. Keine Alltagsware, dafür Musik die bewegt und erregt. Eine Gradwanderung zwischen Komposition, lmprovisation und Erzählkunst. Spannend!"

 

Zurück zu "Christian Zehnder Quartett/Schmelz"

Zurück zur Presseübersicht