föhn

ein zyklisches wetterspiel

Produktion: Theater Basel
Idee, Konzeption, Regie: Christian Zehnder
Komposition: Christian Zehnder & Fortunat Frölich
Text: Urs Widmer
Choreography: Theresa Rotemberg
Mit: Ensemble Phoenix Basel
Föhn-Männerchor
Susanne Elmark
Carina Braunschmidt
Martin Hug
Hans Rudolf Twerenbold

 

Uraufführung: 16. September 2014, Foyer Theater Basel
Weitere Vorstellungen: 18., 24., 25. September 14

 

der föhn  (ventus favonius – lauer westwind)

Wir alle kennen ihn: Auf einmal kommt ein warmer Wind auf und trocknet alle Wolken vom Himmel: Die Berge rücken zueinander, alles scheint näher, klarer, schöner, heller zu sein und die Sonne strahlt in ihrer Masslosigkeit: Postkartenzauber!

Der Föhn hat seinen Ursprung an den Nordhängen unserer Berge. Geliebt und gefürchtet ist er, wird herbeigesehnt und verflucht. Bis an die Grenzenläufe im Norden unseres Landes ist er zu spüren und oft klagen die Schweizer auch darüber, dass er sie selber befällt, quält mit Kopf-, Knochen- und Seelenschmerzen.

Der Föhn gehört zur alpinen Welt und uns Schweizern, wie die Berge selbst. Er ist tief in unserem Alltag verankert und auch ein Stück unverwechselbare Identität. Er bringt süssen Zauber und verheerende Verwüstung. Der Föhn ist ein archaisches, zyklisches Wetter- und Dramenspiel unserer Kulturlandschaft, die unseren Lebenstopos und unsere Eigenheit seit jeher prägt. Erstaunlicherweise findet man dieses Dramenspiel kaum in unserer Musik- und Theaterwelt, einmal abgesehen von der ergreifenden Szene in von Schillers Willhelm Tell im Sturm auf dem Urnersee...