genom genesis

2002 / gorki theater berlin

Nach der Entschlüsselung der menschlichen DNA  ”ATGC” entsteht in Zusammenarbeit mit der Regisseurin Lavinia Frey die Theaterperformance genom genesis.

christian zehnder concept, composing, performing

 

”...Es wird dunkel, und im Bildhimmel erscheint, über ein Netz an einem Seil schwebend, der Vokalartist Christian Zehnder. Seltsame Laute gibt er von sich, brummend, gurrend, kreischend, eine Art Ursymphonie, aus der sich bald vier  hat. Sein Anliegen ist es, die uralte Schöpfungsgeschichte mit der allerneusten kurzzuschliessen, aber nicht debattierend-philosophisch, sondern traumhaft intuitiv. Wie das Mordillo-Männchen gebärdet sich die Figur da oben, mal wild gestikulierend, mal verkrümmt Schutz suchend, dabei immer wieder ”AGTC" traktierend. Für seinen allmächtigen Anspruch wirkt er reichlich launisch und unberechenbar, dieser Himmelsstürmer. Später gesellt sich ein unsichtbarer Zeichner dazu, der mit Lichtstrahlen eine Da-Vinci-Skizze auf das Netz pinselt. Die Bühne hat sich inzwischen langsam zu drehen begonnen, der Kopf des Zuschauers auch, und mit einem angenehmen Schwindel erhebt man sich nach einer knappen Stunde. Gerne wäre man noch länger liegen geblieben...”

- Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

”...Der Theater-«Gott» da droben, der Menschenschöpfer, der unter seiner Schöpfung immer mehr zu leiden scheint und gegen Ende in Embryonalhaltung auf dem Netzt liegt, das ihn vor dem Absturz schützt, diese eher hilfsbedürftig wirkende Figur gibt in ihren Leidensdruck durchaus eine Antwort auf die Stimmung des Augenblicks. Das 21. Jahrhundert zwischen Forscher-Übermut und Kriegsangst: Wenige Tage nach den Schrecken von New York und Washington lässt sich dies in so eine Theaterstunde zumindest hineindenken... ”Genom Genesis" ist ein Gorki Start-Wunder mit Kult-Chancen...” 

- Kölner Stadt-Anzeiger