pressezitate zu "zehnder kraa"

 

tagesspiegel, august 09

"...Dass bei alledem kein Multikultibrei entsteht, hat mit der Genauigkeit zu tun, mit der Zehnder seine Umwelt erforscht, und mit der Schonungslosigkeit, mit der er seine Wahrnehmungen mitteilt: Statt Klischees zu reproduzieren, findet er den Punkt, an dem Kehllaute von arabischen Migranten in Jodler, der Groove einer Melkmaschine in psychedelischen Beat und tierisches Brüllen in meditative Obertöne übergehen..."

 

abendzeitung, märz 09

"...Ein Oberton-Jodler zaubert Weltmusik. Ein e Entdeckung... Am nächsten Tag kam Christian Zehnder in den Marstall - und verzauberte sein Publikum. Der Schweizer, der den Obertongesang zu seiner spezialität gemacht hat,gibt eine Mischung aus Star-Bariton, Clown, mongolischem Schamanen, Alm-Öhi, Klaus Nomi und Phil Minton; vermengt unbekümmert Volksmusik, Weltmusik, Klassik, Jazz. Die ungewöhnlichen Stimmbandschwingungen durchsetzt er mit Jodlern, Rülpsern, Gurren, Krächzen und entwickelt dabei einen solch unwerfenden Charme, solchen Witz, solche Virtuosität, dass seine Zuhörer am Ende vor Begeisterung trampelten..."

 

time out england, august 09

"...Take Christian Zehnder, who's developed his own freestyle vocalise, incorporating elements of jazz and contemporary music. Unclassifiable stuff, but his vocal range makes him one of the world's most amazing performer..."

 

jazz thing, september 08

"Zehnder – Ortlose Volksmusik Die zerklüfteten Bergwelten der Alpen haben so manches ungewöhnliche Vokalgenie geboren. Im prävirtuellen Zeitalter konnte die orale Kommunikation von Berg zu Berg immerhin das Überleben sichern. Zu den Künstlern, die dieses Erbe selbstbewusst weiterführen gehört das schweizerische Duo Stimmhorn. Dessen Sänger Christian Zehnder fand jetzt heraus, dass es sich selbst am Hang auf zwei Beinen besser steht als auf einem, und überrascht die Musikwelt mit einen Solo-Debüt. Von alpiner Exotik ist da allerdings nur noch wenig zu spüren. „Kraah“ (Traumton/Indigo), so der Titel, ist eher ein kompaktes Rockalbum mit hohem Jodel- und Obertonanteil, der verblüffend organisch ins Bandkonzept eingegliedert wurde. „Ich habe Stimmhorn immer noch gern“, gesteht Zehnder, „doch ich wollte auch mal mit den Grooves und eingängigeren Harmonien arbeiten. Das Publikum springt auf dieses Konzept viel direkter an.“ Die Musik auf „Kraah“ scheint zu keinem konkreten Ort zu gehören. Zehnder sucht nicht nach Verbindungen offensichtlicher Komponenten, sondern entfaltet die Geografie einer ganz eigene kleinen Welt, die in sich so stimmig ist, als beschreibe er die Quintessenz einer Jahrtausende alten Tradition. „Es geht darum, die richtigen Zeichen zu setzen“, begründet Zehnder seinen Alleingang, bei dem ihn u.a. Georg Breinschmid (Kontrabass) und Thomas Weiss (Perkussion, Schlagwerk) unterstützt haben. „Die alternative Volksmusik boomt, und doch erliegt auch sie dem Gesetz der Trägheit. Ich habe lange überlegt, wie es weitergehen soll und wo die logischen Konsequenzen dessen liegen, was ich seit Jahren tue. Irgendwie resultiert daraus mein eigener Blues.“ „ Kraah“ ist ein ebenso verträumtes wie urbanes Album, aber die meistens pastoralen Träume werden heute sowieso in der Stadt geträumt. Der Entwurf von Zehnders vokaler Klangarchitektur ist kühn, weil er ohne jede Sentimentalität und artifizielle Verspannung auskommt. Ein großer Stimmkünstler unserer Zeit entwirft nicht weniger als eine ideologiefreie Volksmusik der Zukunft, für die der Kanon der tradierten Idiome nur noch den Wert einer universalen Bibliothek besitzt."

 

www.fonoforum.de, oktober 08

"Zehnder Kraah, träumende Krähe. Im Duo Stimmhorn (mit Balthasar Streiff) hat es der Schweizer Christian Zehnder bereits internationalen Bekanntheitsgrad erlangt. Der Wahlbasler beherrscht alpinen Jodel und asiatischen Obertongesang aus dem ff. Das aktuelle Soloprojekt "kraah" ist eine Art Konzeptalbum und verwendet das Bild des Raben, des bekannten einheimischen, düster-geheimnisvollen Vogels. Weniger bekannt ist das außerordentlich grosse Stimmspektrum des Raben. der zu den Singvögeln zählt. Im Trio mit Georg Breinschmid und Drummer Thomas Weiss sowie einigen Gästen (Streicher Noldi Alder, Anton Bruhin am Trümpi -einer Maultrommel- oder das casalQuartett) - lotet Zehnder ein atemberaubendes Stimmspektrum aus - dem Raben in ihm gleich. Faszinierende Stimmkunst."www.cinesoundz.de, 14.10.2008"Der Schweizer Christian Zehnder setzt seine ganz eigene Form von Obertongesang gegen alle Klischees, wie er auf seiner ersten Solo-CD "kraah" beweist. Was als Jodeln beginnt entwickelt sich bei ihm zu einem Popsong, Obertongesang und Opernarie gehen nahtlos ineinander über, Lautmalereien grooven mit dem Kontrabaß um die Wette und dramatische Kehlkopflaute werden von einem wütenden Streichquartett umspielt. Zehnders Singen erzeugt ein Wechselbad an Zuständen und Stimmungen, er jodelt, juchzt, jammert, gluckst, schreit, schnalzt, gurrt, kräht."WDR5, Scala, Anna Bianca Krause, 2.10.2008"Der Schweizer Christian Zehnder hat sich den Raben verschrieben. Mit Obertonstimme und brachialer Jodeltechnik, Wippakkordeon, Bandoneon und allerhand Gastmusikern spürt er den schwarzen Vögeln nach. So entsteht eine seltsame, aber immer zwingende, rhythmisch geerdete Musik, die die Räume des menschlichen Organs auch ins Unbekannte weitet. Ein nie gehörter Alpen sound, der Verbindungen bis nach Asien und Afrika offenhält – Maultrommel, Standbass oder Streichquartett einschließend. Eine ganz individuelle Klangreise. Ein archaisches Zeugnis mitten in der Jetztzeit. Wunderbar!"

Musik *****
Klang *****

 

arte.tv, oktober 2008

"Der Ausnahmevokalist Christian Zehnder hat sich für sein aktuelles Album als Sinnbild den Raben gewählt. Denn was man kaum vermutet, die Rabenvögel werden von den Ornithologen als Krönung der Singvogelevolution angesehen.Mit Raben verbindet man zunächst eine düstere Stimmung. Beispiele hierfür finden sich in Edgar Allan Poes Gedicht „Der Rabe“, wo der Vogel einen verzweifelt Liebenden in den Wahnsinn treibt. Und in der germanischen Mythologie sitzen auf den Schultern des Göttervater Wotan zwei Raben, die ihm berichten, was sich auf der Erde zuträgt. Für sein Solodebüt „Kraah“ hat Christian Zehnder ebenso ein düsteres Coverfoto gewählt, auf dem er mit aufgestelltem Kragen vor schwarzem Gefieder posiert. 
Der experimentierfreudige Neuerer des schweizerischen Jodelngesangs interessiert sich jedoch vor allem an dem außerordentlich großem Stimmenspektrum der Rabenvögel, das von einem leisen Plauder-Gesang bis hin zum tiefen Krächzen reicht. Bereits als Mitglied des Duos Stimmhorn ist der Spezialist für Obertongesang in neue Klangräume vorgestoßen und hat auf ganz wunderbare Weise die traditionell volkstümliche Vokalkunst der Schweiz mit neuen Facetten angereichert. Zehnder gehört neben Erika Stucky und Noldi Alder zu einer neuen Generation von Schweizer Stimm-Artisten, die der Regisseur Stefan Schwietert in seinem großartigen Dokumentarfilm „Heimatklänge“ (ARTE-CD-Tipps 13.11.07) portraitiert. Sie nützen den traditionellen Vokalruf, der ohne Worte und semantische Bedeutung auskommt, als Ausgangsbasis für ihre gesanglichen Improvisationen und expressive Stimmakrobatik.
Für sein Soloprojekt arbeitet Zehnder mit dem Kontrabassisten Georg Breinschmid und dem Perkussionisten Thomas Weiss als feste Musiker zusammen. Darüber hinaus wurden für die Albumproduktion als Gastmusiker das Streicherensemble casalQuartett, Noldi Alder an der Violine sowie Christoph Marthaler an der Blockflöte eingeladen. Zehnder hat bereits mehrfach als Schauspielmusiker für den Schweizer Theaterregisseur gearbeitet, der für seinen neuartigen Inszenierungsstil berühmt ist. Im Unterschied zu Stimmhorn forciert Zehnder bei seinem Soloprojekt eine eigenwillige Spannung zwischen seinem nonverbalen Gesang und den Instrumenten, die er als Kontrapunkte einsetzt. Faszinierend frei schwingt Zehnders Stimme zwischen Wort und Laut, die ebenso zwischen traditioneller und zeitgemäßer Interpretation pendelt. Mit Hilfe des Komponisten Fortunat Frölich, der das Stück „Chummer“ für erweitertes Streicherquartett arrangierte, wurde Zehnders langgehegter Wunsch erfüllt, den Obertongesang in Verbindung mit klassischer Orchestrierung zu präsentieren.

 

24 heures, aug. 08

"Le corbeau est le symbole que Christian Zehnder, vocaliste hors pair, a choisi pour son dernier album baptisé « Kraah » (« crôa » en français). On a peine à s’imaginer que les ornithologues considèrent ce membre de la famille Le corbeau évoque en effet une atmosphère lugubre, et les exemples sont légions. Dans « Le corbeau », un poème d’Edgar Allan Poe, le volatile fait perdre la raison à un homme au cœur épris d’amour et de désespoir. Dans la mythologie germanique, deux corbeaux perchés sur les épaules du dieu Odin lui rapportent ce qu’ils ont vu et entendu de par le vaste monde. En nous présentant son visage de face, le regard profond, le col noir relevé qui se détachent d’un plumage bleu nuit, Christian Zehnder s’inspire, pour la pochette de son premier album solo, de la sinistre réputation de l’oiseau. Pourtant, c’est au large spectre vocal du corbeau, qui s’étend du babillement doux au croassement caverneux, que ce novateur audacieux du jodel suisse s’intéresse. Au sein du duo Stimmhorn déjà, le spécialiste du chant diphonique avait formidablement enrichi la tradition de l’art vocal suisse en explorant de nouveaux espaces sonores. Avec Erika Stucky et Noldi Alder, Christian Zehnder fait partie de cette nouvelle génération helvétique dont le réalisateur Stefan Schwietert a dressé le portrait dans son excellent documentaire « Heimatklänge » (Sélection CD ARTE du 13 novembre 2007). Pour ces artistes, cet appel vocal qui se passe de mots et de sens constitue la base de leurs improvisations et acrobaties vocales particulièrement expressives.Pour « Kraah », Christian Zehnder a collaboré avec le contrebassiste Georg Breinschmid et le percussionniste Thomas Weiss. Il a également invité l’ensemble à cordes casalQuartett, le violon de Noldi Alder ainsi que la flûte à bec de Christoph Marthaler, metteur en scène de théâtre célèbre pour son style novateur et pour lequel Christian Zehnder a déjà joué les acteurs musiciens à plusieurs reprises. Pour son projet solo, Christian Zehnder noue une tension entre son chant non verbal et le contrepoint que constituent les instruments. Sa voix oscille avec une liberté fascinante entre le verbe et le son, les morceaux traditionnels et leur interprétation moderne. Christian Zehnder nourrissait depuis de longues années le dessein de jeter un pont entre le chant diphonique et l’orchestration classique. Grâce au concours du compositeur Fortunat Frölich, qui a réécrit le morceau « Chummer » pour quatuor à cordes et voix, son souhait a pu être enfin exaucé."

 

tagesanzeiger, feb. 08

Zürich, Moods. - «Kraah» sagt, singt er gleich im ersten Stück, gibt sich auch in seiner Gestik als Rabe, simuliert mit Armen Flügel: Sollten wir im Vortrag eines Vogelkundlers sein? Aber nein. Christian Zehnder, bekannt vom Duo Stimmhorn, stellte am Freitag vor begeistertem Publikum sein erstes Soloalbum «Kraah» vor. Ein seltener Singvogel ist Zehnder, ein Stimmkünstler, der mit dem Kehlkopf seinen eigenen Ton gefunden hat, die Resonanzräume in sich ausschöpft, Obertontechniken nutzt, auch juchzt, jodelt.Im Moods lässt sich Zehnder, der selber auch Saiteninstrumente bedient, von einem Duo aus Schlagzeug und Kontrabass begleiten. Filigran, durchsichtig sind die Begleittexturen, und das ist genau das Richtige für seine Stimme, die den Abend fast vollumfänglich prägt. Den konzentrierten Gestus eines Schauspielers hat Zehnder, das Deklamatorische eines klassischen Sängers (gut, dass das im Konzert sichtbar wird, auf CD geht das leider verloren). Manchmal ist er schneidend eindringlich, ein Dramatiker, der die Aufmerksamkeit fesselt. Sein Perfektionsanspruch lässt ihn jeden Ton sorgfältig formen, einen wohl durchdachten Bogen spannt er über das eine lange Set, das er spielt.«Chummer», sagt er ein Stück an. Herzergreifender Gesang folgt, die wortlose Klage eines sich krümmenden Schmerzensmannes. Zehnder, der in anderen Stücken auch voller Witz ist, erscheint bei all seiner Wortlosigkeit keineswegs sprachlos, sondern als veritabler Erzähler; er lässt Sprachlaute auf seiner Zunge zergehen, kostet ihre Akustik aus, ein Gourmet der Knack-, Zisch- und sonstigen Laute, und: Man hat bei seinen nonverbalen Klangereignissen immer das Gefühl, dass einem hier von tiefem Erleben erzählt wird. Das unterscheidet Zehnder von Stimmkünstlern wie Lauren Newton oder Phil Minton, deren Lautmalereien einem kaum je als Geschichte vorkommen wollen; man würde darum Zehnders wortlose Erzählkunst auch nicht als experimentell bezeichnen wollen. Rein handwerklich verfügt Zehnder über ein sehr geschultes Organ. Und ein äusserst wandlungsfähiges dazu. Ja, Zehnder verwandelt sich an diesem wunderschönen Konzertabend mit seiner Stimme in einen Raben. «Kraah, kraah!» Und auch noch in Lerchen und Rohrspatzen, in Elstern und Kolibris. Für Details müsste man wohl jetzt doch einen Ornithologen fragen.

 

neue zürcher zeitung, Aug. 07

"...Zehnder ist auch in «kraah» ein packender Erzähler ohne Text. In seinem Gesicht und in seinen Gesängen zerfallen die Alpen und eröffnet sich die mongolische Steppe. Obertöne schwirren, Jodel ziehen in Schwärmen vorbei, fallen in die Gosse und steigen als Arie wieder auf. Die Musik ist – was sich vor allem der Band verdankt – etwas kompakter als bei Stimmhorn, etwas zugänglicher, grooviger, auch leichter. Aufregend und unbedingt hörenswert..."

 

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